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Braunschweig Lions Newsletter vom 14.09.2010

Ein Spielviertel reicht nicht zum Sieg
Von: Holger Fricke

Bei bestem Wetter und in einem gut gefüllten Holstein Stadion in Kiel verloren die Braunschweig Lions ihr letztes Spiel in der regulären Saison und das Rückspiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes klar mit 35:20 (14:0, 7:0, 7:0, 7:20). Vor allem in der ersten Halbzeit wurden dabei den Löwenstädtern von den Hurricanes zum Teil ihre Grenzen aufgezeigt. Zur Entschuldigung ist vorzubringen, dass bei den Lions einige Leistungsträger, u.a. C. Bollmann und A. Bowen, aus Verletzungsgründen geschont wurden und somit dem Team fehlten.

Die Kiel Baltic Hurricanes begannen das Spiel konzentriert und überquerten scheinbar mühelos unter Führung ihres Quarterbacks J. Welsh das Feld Yard um Yard. Vor allem mit präzisen Pässen auf seinen Receiver D. Linson sorgte Welsh für den nötigen Raumgewinn und bediente diesen auch letztendlich nach knapp 3 Spielminuten zum 7:0 (Extrapunkt J. Dohrendorf) über 35 Yards mit einem schönen Pass in die Endzone der Lions zur Führung für die Kieler. Die Offense der Lions fand ihrerseits schwer ins Spiel und kam nur durch Läufe von A. Scott einige Yards nach vorn, bevor man sich relativ schnell per Punt wieder vom Ball trennen musste.

Die Offense der Kieler machte da weiter wo sie aufgehört hatte und brauchte ganze drei Spielzüge um die Führung auszubauen. Ein Pass von J. Welsh auf D. Linson und zwei Läufe von Runningback S. Sommerfeld, wobei der letzte über 65 Yards erst in der Endzone der Lions endete, reichten zum 14:0 (Extrapunkt J. Dohrendorf) aus. Mit Läufen von A. Scott und kurzen Pässen von Lions QB D. Zimmermann auf seine Receiver P. Dohrendorf und L.-G. Keferstein kamen die Lions nun einige Yards nach vorne, bevor aber kurz vor der Mittellinie erneut Schluss war und Punter P. Finke den Ball wieder an die Kieler abgeben musste. Die Defense der Lions hatte nun aber die anfängliche Unkonzentriert abgelegt und vor allem P. Finke setzte J. Welsh unter Druck und brachte ihn mit einem Sack zu Boden. Kiel musste punten und die Offense der Braunschweig Lions arbeitete sich erneut mit kraftvollen Läufen durch A. Scott und Pässe auf T. Burks bzw. durch Strafen gegen die Hurricanes bis 5 Yards vor die Kieler Endzone und somit in aussichtsreiche Position. Die Kieler Defenseline, u.a. mit Nationalspieler C. Rieck, ließ aber D. Zimmermann keine Zeit eine freie Anspielstation zu finden und zwang ihn dazu, einen riskanten Pass in die Endzone der Kieler zu werfen. Kiels Nationalspieler und Ex- Lion L. Greene reagierte am schnellstens, fing den Ball in der Endzone der Hurricanes ab und holte somit das Angriffsrecht für Kiel zurück.

Mit weiteren Läufen von S. Sommerfeld kam Kiel vorwärts, bevor Lions Defenseback M. Bangura einen Passversuch von J. Welsh auf D. Linson abfangen konnte und somit die Offense der Lions wieder auf das Feld brachte. Einen Spielzug später versuchte D. Zimmermann mit einem langen Pass T. Burks anzuspielen, was aber dazu führte, dass erneut Kiels L. Greene die Situation erkannte und den Ball abermals vor den fangbereiten Händen des Lions-Receivers abfangen konnte. Gegen die jetzt stark agierende Lions-Abwehr gelang aber auch Kiel kein nennenswertes Vorwärtskommen mehr und das Angriffsrecht wechselte erneut. Braunschweig versuchte nun, die Kieler Defense mit einer neuen Angriffsvariante zu überraschen und spielte eine Wildcat Offense, bei der der Snap direkt zum Runningback ausgeführt wird. Erfolg brachte diese Variante aber auch nicht.

Somit musste erneut Punter P. Finke den Ball an die Kieler abgeben und diese nutzten die daraus resultierende gute Feldposition umgehend aus. Pass J. Welsh auf D. Linson, Lauf S. Sommerfeld, Pass Interference Strafe gegen die Lions und Kiel stand 3 Yards vor der Endzone der Lions. Hurricanes Runningback J. Allen nahm diese Position dankend an und lief die verbleibenden Yards zum 21:0 (Extrapunkt J. Dohrendorf) in die Endzone der Lions. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Halbzeitpause.

Die erste Angriffsserie der Lions der zweiten Halbzeit begann wie die letzte. Bereits nach nur wenigen Spielzügen mussten die Lions sich per Punt vom Ball trennen. Kiel setzte jetzt verstärkt auf das Laufspiel und erreichte mit J. Allen First Down um First Down, bevor J. Welsh erneut seinen allein stehenden Receiver D. Linson über 20 Yard in der Endzone zum 28:0 (Extrapunkt J. Dohrendorf) der Lions bediente. Die Offense der Braunschweig Lions steckte aber nicht auf, und vor allem immer wieder die Runningbacks A. Scott und J. Johnson sorgten für den nötigten Raumgewinn. 12 Yards vor der Kieler Endzone war aber erneut Schluss mit dem Vorwärtsdrang, als D. Zimmermann seine dritte Interception an diesem Tage warf. Diesmal war es der Kieler Linebacker D. Philistin, der goldrichtig stand und den Pass von Zimmermann abfing und somit erneut dafür sorgte, dass Braunschweig ohne Punkteerfolg blieb. Die Kiel Baltic Hurricanes konnten aber keine weiteren Punkte aus diesen Turnover erreichen und somit kam Braunschweig wieder in Ballbesitz.

Quarterback war nun Fabian Schorn, der Dennis Zimmermann ablöste. Gleich im ersten Spielzug verblüffte Schorn die Abwehr der Kieler und lief die notwendigen Yards bis zum neuen First Down selbst. Es ging ins vierte und letzte Spielviertel und Schorn machte weiter womit er begonnen hatte. Er erlief Yard um Yard selbst oder übergab den Ball an A. Scott bzw. spielten die Lions jetzt auch die Wildcat Offense erfolgreich und kämpften sich bis 9 Yard vor die Endzone der Kieler. Mit einem schönen Reversespielzug, bei dem F. Schorn den Ball an A. Scott gab und dieser dann das Spielgerät an den aus der anderen Richtung entgegen kommenden T. Burks weitergab, hebelten die Lions die Kieler Defense vollständig aus und erzielten die erlösenden Punkte zum 7:28 (Extrapunkt T. Goebel). Der folgende Onside-Kick-Versuch schlug zwar fehl, aber die Defense der Lions ließ Kiel keine Chance und zwang die Hurricanes nach kurzer Zeit dazu, das Angriffsrecht wieder abzugeben.

Ein Spielzug später stand es nur noch 14:28, nachdem A. Scott über 55 Yards unaufhaltsam in die Endzone der Kieler lief und T. Goebel sicher ebenfalls den Extrapunkt verwandelte. Kiel schien sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher zu sein, ob der Sieg in trockenen Tüchern gegen die jetzt wie verwandelt spielenden Lions war. Durfte vorher schon ihr Back-Up Quarterback O. Schlüter auf das Feld, war es jetzt wieder J. Welsh, der die Regie im Angriff der Hurricanes übernahm. Diese Umstellung zeigte auch umgehend Erfolg, denn nach erfolgreichen Pässen auf den nie vollständig in den Griff zu bekommenden D. Linson war es erneut Runningback S. Sommerfeld, der durch die Abwehr der Lions brach und über 58 Yards zum 35:14 (Extrapunkt J. Dohrendorf) Touchdown lief. Wer nun glaubte, die Löwenstädter gaben sich geschlagen, hatte sich getäuscht. Erst erlief F. Schorn ein neues First Down, dann war es ein weiterer Trickspielzug, der die Kieler Defense alt aussehen lies. Anstatt mit dem Ball zu laufen, warf A. Scott er einen langen Pass über 50 Yards auf den allein stehenden T. Burks, der unter dem Jubel der Mannschaftskameraden und der mitgereisten Fans zum 35:20 (Extrapunkt nicht gut) in die Endzone lief. Erneut versuchten die Lions, mit einem Onside-Kick sofort wieder in Ballbesitz zu kommen - diesmal klappte es, T. Burks sicherte den Ball und das Angriffsrecht für die Braunschweiger. Weiterer Raumgewinn und Punkte sprangen aber leider nicht mehr für die Braunschweig Lions heraus. Somit kam Kiel noch einmal wenige Sekunden vor Schluss in Ballbesitz, kniete aber ab und beendete so das Spiel.

Was nach der ersten Halbzeit noch nach einer Lehrstunde für die Lions aussah, entwickelte sich im laufe des Spiels zu einer unterhaltsamen Partie, die Hoffnung darauf macht, dass auch in Marburg am nächsten Wochenende im Play-Off Viertelfinale einiges möglich ist. Man muss aber eingestehen, dass Kiel verdient Meister in der GFL Nord geworden ist.

Scoreboard:
07:00 D. Linson 35 Yard Pass von J. Welsh (PAT J. Dohrendorf)
14:00 66 Yard Lauf S. Sommerfeld (PAT J. Dohrendorf)
21:00 3 Yard Lauf J. Allen (PAT J. Dohrendorf)
28:00 D. Linson 20 Yard Pass von J. Welsh (PAT J. Dohrendorf)
28:07 10 Yard Lauf T. Burks (PAT T. Goebel)
28:14 55 Yard Lauf A. Scott (PAT T. Goebel)
35:14 58 Yard Lauf S. Sommerfeld (PAT J. Dohrendorf)
35:20 T. Burks 50 Yard Pass von A. Scott (PAT nicht gut)