Schwäbisch Hall Unicorns
Pressemitteilung vom 07.08.2026
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Hall gegen Kiel – oft Drama pur
Dieses Jahr kommt es im Rahmen der Interconference Games zum achten Mal in der Geschichte der beiden Clubs zu einem Aufeinandertreffen der Schwäbisch Hall Unicorns und der Kiel Baltic Hurricanes. Können die Unicorns ihren Vorsprung in der ewigen Bilanz auf 5:3 ausbauen oder ziehen die Footballer von der Ostsee gleich?

von Sigi Gehrke

Die beiden in den 1980ern gegründeten Traditionsvereine der GFL sind schon lange nicht mehr auf dem Spielfeld aufeinander getroffen, doch viele der sieben Partien zwischen 2008 und 2017 hatten es in sich. Die ersten und die letzten beiden Begegnungen waren noch von Dominanz eines Teams geprägt – 2008 gewann Kiel beide Interconference-Spiele locker und 2014 sowie 2017 warfen die Unicorns die Baltic Hurricanes mit deutlichen Siegen aus den Playoffs. Doch dazwischen gab es drei dramatische Spiele mit Spannung bis zur letzten Sekunde, die langjährigen Fans auf beiden Seiten ins Gedächtnis eingebrannt sind.

Das erste Drama spielte sich im September 2009 im Haller Hagenbachstadion ab. Die Unicorns hatten erstmals in ihrer Geschichte die Südmeisterschaft gewonnen und sich im Viertelfinale gegen die Assindia Cardinals aus Essen durchgesetzt. Nun kamen zum Halbfinale die von Kent Anderson gecoachten Kieler und die Rekordkulisse von 2100 Zuschauern wollte sehen, ob die Haller mit dem favorisierten deutschen Vizemeister mithalten konnten. Und wie sie konnten!

Ins letzte Viertel gingen die Unicorns mit einer 21:9-Führung im Rücken und das gesamte Stadion träumte schon von der ersten German Bowl Teilnahme. Doch die Kieler kamen zurück, verkürzten mit Field Goal und Touchdown auf 19:21 mit weniger als zwei Minuten Spielzeit. Sie brauchten nun aber noch einen Onside Kick, um noch einmal in Ballbesitz zu kommen, und zum Entsetzen des Publikums gelang dieser. Anschließend arbeiteten sich die Hurricanes bis zur 10 Yard Linie der Haller vor, von wo aus Florian Dannehl mit auslaufender Uhr das siegbringende Field Goal zum 22:21 schoss.

Gut zwei Jahre später standen sich die beiden Clubs das nächste Mal gegenüber, diesmal German Bowl 2011 in Magdeburg. Nach dem Halbfinalsieg in Hall 2009 hatten die Kieler das Endspiel zwar verloren, doch 2010 holten sie sich ihre erste deutsche Meisterschaft unter dem neuen Head Coach Patrick Esume. Kein Wunder, dass auch in Magdeburg ein Sieg der Baltic Hurricanes erwartet wurde, zumal in den 18 Jahren davor kein Team aus Deutschlands Süden Meister geworden war.

Doch die Unicorns gingen nach einer Saison ohne Niederlage mit breiter Brust und natürlich mit Revanche-Gelüsten in dieses Spiel, hatte doch ein Großteil des Kaders die bittere Niederlage 2009 miterlebt. In einem Offense-Shootout brachte der überragende Haller Quarterback Aaron Boehme sein Team gut eine Minute vor Schluss mit 48:44 in Front, aber noch war die Messe nicht gelesen. Wieder schafften es die Kieler in den letzten Sekunden bis kurz vor die Haller Endzone, doch diesmal brauchten sie einen Touchdown zum Sieg. Dieser wurde ihnen jedoch durch die Hand des heutigen stellvertretenden Unicorns-Vorsitzenden David Seiffer verwehrt, die im allerletzten Spielzug einen Kieler Pass zu Boden schlug und damit den ersten nationalen Titel für die Unicorns sicherte.

Die Rachegelüste waren dann ein Jahr später auf Seiten der Kieler, als sich die beiden Teams erneut im German Bowl gegenüberstanden, diesmal in Berlin. Obwohl es kaum möglich schien, gab es noch mehr Punkte als 2011, und am Ende jubelten wieder die Unicorns. Thomas Rauch verwandelte kurz vor Schluss ein Field Goal zum Endstand von 56:53. Den letzten verzweifelten Drive der Kieler beendete ebenfalls Thomas Rauch, indem er bei einem Sack den Ball losschlug, den Alex Wertheimer für die Unicorns zum Sieg sicherte.

2026 sind die Kiel Baltic Hurricanes nach einer Pause von knapp neun Jahren zum zweiten Mal zu Gast im OPTIMA Sportpark und es steht lange nicht so viel auf dem Spiel wie bei den letzten fünf Begegnungen, bei denen es immer ums Weiterkommen oder sogar den Titel ging. Aber die wenigsten Zuschauer hätten wahrscheinlich etwas gegen ein punktereiches, knappes Spiel. Bisher führen die Unicorns im gerundeten Schnitt aller Spiele mit 34:33, das wäre doch auch für heute ein nettes Ergebnis!

Auszug aus dem U MAG 2026/2.
Erscheint am Samstag gedruckt im OPTIMA Sportpark.


Foto: Dieter Hess