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Im dritten Viertel packte Rolovich erstmals seine "Pistole" aus
13.04.2003
Rhein Fire gewann bei Berlin Thunder mit 21:10. Auch 29 Feuerwehrautos konnten das Feuer vom Rhein nicht löschen. Trainer Kuharchek: "Respekt meine Herren!"
Rhein Fire in Berlin. Da ließ World-Bowl-Champion Thunder gestern Nachmittag bei Sonntagsausgehwetter erst einmal 29 Feuerwehrautos über die schwarze Aschenbahn des noch zu einem Viertel im Umbau befindlichen Olympiastadions rollen. Gelöscht wurde das Football-Feuer vom Rhein freilich nicht. Im Gegenteil: Vor der Thunder-Rekordkulisse von 16 312 Zuschauern präsentierte sich das Team von Trainer Pete Kuharchek in allen Belangen stärker und wies den Titelverteidiger mit einer über drei Viertel feurigen Vorstellung in die Schranken: 21:10 (7:3, 7:0, 7:0, 0:7) hieß es trotz einer Strafzeitenflut.
Thunder-Manager Michael Lang hatte persönlich vor dem Kick off die 18 Kilogramm schwere World-Bowl-Kristallkugel auf einen tiefblauen Pyramidensockel direkt neben dem Spielfeld platziert. Das schien vor allem Fire-Spielmacher Nick Rolovich anzuspornen. Der 23-jährige Quarterback der Denver Broncos legte eine blitzsaubere erste Angriffsserie hin. Die Flitzer Autry Denson mit seinem ersten Touchdown würdig abschloss. Ingo Anderbrügge verwandelte sicher den Extrapunkt.
"So muss man ein Spiel beginnen. Das baut bei allen Selbstvertrauen auf. Nicht nur bei mir", strahlte Rolovich hinterher. Pech für Fire: Die Referees revidierten anschließend einen glasklaren Fumble-Ballverlust der Berliner. Woraus das 48-Yards-Feldtor von John Ross Jenkins zum 3:7 resultierte.
Ein Fumble von Full Back Matt Stanley brachte die Goldhelme erneut in Schussposition. Ex-Hertha-Profi Axel Kruse, der erstmals seit fünf Jahren wieder im Olympiastadion auflief, verzog beim Field-Goal-Versuch das Ei allerdings.
Danach glänzte Fire-Spielmacher Chris Greisen: ein Traumpass auf Detroit Lion Denson, der erneut in die Endzone trampelte. Anderbrügges zweiter Schuss bedeutete die 14:3-Führung.
Im dritten Viertel packte Rolovich erstmals seine "Pistole" aus: 35-Yards-Pass auf Kendall Newson zum 20:3. 400 Fire-Fans auf dem Unterrang der Tribüne waren entzückt. Erneut verwandelte Ingo Anderbrügge ohne Mühe den Extrapunkt. Und als J. R. Jenkins nur zwei Minuten später erneut einen Thunder-Feldtorversuch neben die Malstangen setzte, schien das Match gelaufen.
Die Truppe von Cheftrainer Peter Vaas gab jedoch nicht auf. Ex-Fire-Spielmacher Phil Stambaugh, der in der Schlussphase aufgrund einer Fußverletzung vom Feld musste, bediente Wide Receiver Jörg Heckenbach zum Touchdown. Da waren allerdings nur noch fünf Spielminuten auf der Uhr übrig.
Fire-Cheftrainer Pete Kuharchek grinste anschließend mit seinen Spielern um die Wette. "Vor allem unsere Defensive hat ein Kompliment verdient. Nur zehn Punkte gegen eine offensivstarke Berliner Mannschaft zugelassen: Großer Respekt, meine Herren!"
MICHAEL RYBERG

Doghmi wird operiert
08.04.2003
Fire-Abwehrspieler zog sich einen Achillessehnenabriss zu. Dane Krager neu im Team.
Anthony Doghmi, (Stamm-)Nationalspieler des Football-Europaligisten Rhein Fire, muss operiert werden. Der Abwehrroutinier zog sich am Samstag beim 15:17 gegen die Amsterdam Admirals einen Achillessehnenabriss im linken Fuß zu.
Teamarzt Alois Teuber: "Die Saison ist für Tony leider vorbei. Vier bis sechs Monate dauert es nach einer solchen Verletzung, bis man wieder Leistungssport treiben kann." Doghmi wird wohl noch in dieser Woche bei Professor Thomas Schneider in der Kölner Sportklinik an der Aachener Straße operiert. Dort musste auch DEG-Trainer Michael Komma wegen der gleichen Verletzung unters Messer.
Doghmi muss als Nationalspieler übrigens nicht ins NFL-Krankenhaus nach Birmingham/Alabama. Im Gegensatz zu Linebacker Todd Delamielleure. Der Abwehrspieler hatte sich am Samstag die Schulter ausgekugelt. Zum dritten Mal bereits in seiner Profikarriere. "Doc" Teuber: "Auch für ihn ist die Saison vorbei."
Für Delamielleure kehrt Dane Krager zu Fire zurück. Der 23-jährige Spieler von den Seattle Seahawks gehörte zuletzt zum Kader von Sonntaggegner Berlin Thunder. (miry)

Linke Klebe verkantet
06.04.2003
Missglücktes Arena-Debüt. Anderbrügge verschoss Extrapunkt. Admirals nutzten alle Fire-Fehler.
Ein Cowboy fand sich am Samstagabend nicht auf dem Rasen in der Arena Auf Schalke. Jenen Viehhüter inklusive Lasso hätte man benötigt, um Rhein-Fire-Spielmacher Chris Greisen einzufangen. Der 26-Jährige sprintete um 21.43 Uhr quer über den Rasen, die kleine Eisentreppe hinunter, durch den Haupteingang in die Umkleide. Als wäre ein Schwarm Hornissen im Anflug. Dabei war das Arena-Dach dicht. Die Enttäuschung trieb Greisens Beine. Bloß nichts sagen jetzt! Vier Sekunden vor dem Ende hatte schließlich ein gewisser Silvio Diliberto das Football-Ei durch die Malstangen der Gastgeber geschossen. Der Ex-Profi des PSV Eindhoven hüpfte anschließend wie ein Gummiball vor den 300 Amsterdamer Fans. Die feierten ihre Admirals, ihren Kicker, der schon oft für Fire-Niederlagen in den Schlusssekunden gesorgt hat. Die übrigen 27 900 Augenzeugen zogen nach der 15:17 (0:3, 3:7, 6:0, 6:7)-Heimpleite bedröppelt von dannen.
Die Magerquark-Premiere in der empfindlich kalten Arena erhitzte nur in den Schlussminuten die Gemüter. Im Trillerpfeifenorkan stellte "Hundertprozenter" Diliberto die Ohren ab, verwandelte wie stets. Stimmung wie im Rheinstadion? Enthusiasmus geht anders. Und lauter war es im "Pott" schon mal gar nicht. Man muss sich noch aneinander gewöhnen, Königsblau und Burgunderrot.
Die Leistungen beider Teams waren auch nicht dazu angetan, permanent auf den Schalensitzen zu trampeln. Der Fire-Angriff besaß lange den Schwung einer Bimmelbahn, die Defensive schien das im Football so wichtige "Tackeln", also den Gegner in Ballbesitz zu Boden bringen, teilweise aus dem Spielplan gestrichen zu haben.
Bittere Fehler kamen hinzu. Der ansonsten starke Ballträger Autry Denson ließ nach einem Admirals-Befreiungsschlag elf Yards vor der eigenen Endzone das Ei fallen. Die Gäste nutzten das zum ersten Feldtor. Zuvor bereits hatte Spielmacher Nick Rolovich, der sich mit Greisen die Viertel teilte, in guter Position einen Fumble fabriziert.
"Wir haben noch mächtig zu arbeiten. Ich bin mit mir unzufrieden, obwohl der ein oder andere Pass fast ins Ziel gefunden hätte", meinte "Pistole" Rolovich. Dreimal fehlte die Präzision im Zusammenspiel mit den Wide Receivern.

Wieder nur im Lauf zum Touchdown
So langte es traditionsgemäß "nur" zu Lauf-Touchdowns. Frank Moreau sowie Chris Greisen drei Minuten vor dem Ende flitzten für sechs Punkte. Wobei hier die wenig erbauliche Special-Team-Vorstellung den möglichen Sieg versaute.
Ingo Anderbrügge verwandelte zwar seinen ersten Feldtorversuch. Doch das so wichtige 10:10 per Extrapunkt missglückte. Punter Jay Taylor hatte dem Ex-Schalker das Ei falsch vor dessen linke Klebe platziert. Rechts daneben, kein Punkt. "Total verkantet!" befand der 39-jährige Kicker-Debütant, "da konnte ich nichts mehr retten." Bei 15:14 vermasselte Spielmacher Greisen zudem die geplanten zwei Punkte. Weil seine Offensive Line einen durchstartenden Admiral nicht aufhalten konnte.
Cheftrainer Pete Kuharchek rasselte hinterher den Fehlerkatalog herunter. Wie der Lehrer nach einer "Vier minus" des Schülers. Um dann doch optimistisch zu schließen: "Insgesamt fühle ich mich besser als im vergangenen Jahr, wenn ich mir das Team so betrachte." Zur Erinnerung: Da verlor Fire zum Auftakt in der Amsterdam ArenA ohne Chance 10:28.
MICHAEL RYBERG

Fire: 9500 Dauerkarten verkauft
02.04.2003
Die 10 000-er Marke werden sie bis Freitagnachmittag wohl nicht mehr schaffen. 9500 verkaufte Dauerkarten sind nach dem Umzug von Football-Europaligist Rhein Fire von Düsseldorf in die Arena Auf Schalke aber auch keine schlechte Hausnummer. 25 000 Tickets waren bis gestern für das Heimdebüt am Samstag (Kick off: 19.05 Uhr) gegen die Amsterdam Admirals abgesetzt. Die Verantwortlichen rechnen mit 35 000 Besuchern. Der Startrekord von Fire datiert aus dem Jahr 1996: Damals kamen gegen Frankfurt Galaxy 32 095 Football-Freunde ins Rheinstadion.
Nur zwei Fire-Matches werden in dieser Saison übrigens live im Fernsehen übertragen. Und zwar im DSF die Startpartie gegen Amsterdam am Samstag und das Derby gegen Frankfurt Galaxy am 3. Mai. Wobei die Münchener Sport-Macher allerdings verspätet einsteigen. 20.45 Uhr bis 21.45 Uhr heißt das Übertragungsfenster des Samstagsspiels. Es läuft nur das letzte Viertel live. 19.45 Uhr bis 21.45 Uhr heißt die Sendezeit des Frankfurt-Matches.
Die untypische Live-Salami schlucken alle Teams. Der World Bowl, das NFLE-Finale also, überträgt das DSF aus Glasgow am 14. Juni übrigens nur zeitversetzt ab 22.15 Uhr. Der Kanal bietet montags weiterhin ab 23.30 Uhr eine einstündige Magazinsendung an.
Auf Bezahlsender premiere laufen indes gar keine Live-Spiele der Europaliga. Alle Übertragungen der ersten fünf Spieltage sind ins Nachprogramm (ab 1 Uhr!) verbannt worden. Berlin Thunders Manager Michael Lang, der für die Verhandlungen seitens der NFLE mit dem DSF zuständig war, freute sich dennoch: "Wir haben mit dem DSF eine größere TV-Plattform gefunden und werden zur besten Sendezeit übertragen." (miry)

Fire zwischen Ruhr und Emscher
01.04.2003
FOOTBALL / Neue Saison an einem neuen Standort sorgt für neue Gefühle. Rolovich startet beim Auftakt am Samstag als Quarterback.
Eine neue Saison an einem neuen Standort. Da steht den Fans des bisher am Rhein, ab sofort aber zwischen Ruhr und Emscher beheimateten Teams auch ein neues Fire-Gefühl bevor. Acht Jahre lang betrieben die jeweiligen Düsseldorfer Europaliga-Teams unter der Führung erst von Cheftrainer Galen Hall und dann zwei Jahre lang von Pete Kuharchek Football im Vorwärtsgang der Stachelschweine: vorsichtig und sicherheitsbetont anstatt wild und leidenschaftlich. Im Jahre eins in der Arena Auf Schalke soll nun alles anders werden.
Kuharchek setzt - zumindest für den Saisonauftakt am Samstag (Kick off: 19.05 Uhr) gegen die Amsterdam Admirals - erst einmal auf Explosivität und Aggressivität im Pass-Spiel. "Wir haben uns viele Gedanken gemacht und lange darüber gesprochen", verriet der 55-Jährige: "Nick Rolovich wird zum Saisonauftakt unser Starter."
Dass der 23-jährige Kalifornier, der von den Denver Broncos nach Deutschland geschickt wurde, den Vorzug erhält vor dem erfahrenen Chris Greisen ist eine Überraschung. Weil eben Fire bislang nicht als Synonym für Wagemut und Risikofreudigkeit galt. Im Gegensatz zu Rolovich, dessen Wurfarm der Cheftrainer als "Pistole" bezeichnet.
Auf Kuharcheks Vertrauensbeweis folgt prompt die Einschränkung: "Ich will auf jeden Fall beide Quarterbacks spielen lassen. Nick wird beginnen und Chris soll das Spiel zu Ende bringen. Da ist seine überlegene Erfahrung sicher sehr wichtig. Im Laufe der Saison werden wir von Woche zu Woche entscheiden."
Wie sehr hilft es den beiden Spielmachern und Dritt-Quarterback Mike Watkins, der offiziell der Liga-Übungsgruppe angehört, dass Fire mit Scott Milanovich erstmals nach (dem jetzigen Admirals-Cheftrainer) Bart Andruss im Wolrdbowl-Jahr 2000 wieder einen Quarterback-Coach hat?
"Außerordentlich", glaubt Chefcoach Pete Kuharchek, "Quarterback ist die einzige Position, die man gespielt haben musst, um sie ordentlich coachen zu können. Das Gefühl, dass du da hinten stehst mit dem Ball und die richtige Entscheidung treffen musst, während sechs oder sieben Jungs darauf warten, dir den Hals zu brechen, das kannst du nur durch eigene Erfahrung kennenlernen."
MOTTI BURAK

Die Arena wächst und wächst
10.03.2003
Die Arena, sie ist zurzeit des Oberbürgermeisters liebstes Kind. An die glaubt er so fest, "dass es nicht mehr als eine Formalie ist", dass die 150-Millionen-Bürgschaft für den Multifunktions-Bau noch vom Landtag abgesegnet werden muss. Da könne nichts mehr passieren, machte der OB gestern im städtischen Fachgremium in Optimismus. Pikant: Zeitgleich stellt am kommenden Donnerstag (13. März) die Bewertungs-Kommission in Frankfurt ihre Abschlussberichte für die fünf Bewerberstädte vor...
Unterdessen wächst die Arena: Bereits 20 Prozent der Logen (sie wurden von je 18 Plätze auf 22 vergrößert) sind vermietet, für die 1500 Quadratmeter Showfläche ist ein Vertrag unterschrieben, darüber hinaus gibt es Verhandlungen mit zwei Interessenten, die die Räume das ganze Jahr über nutzen wollen. Für den Bürotrakt ist ebenfalls ein Papier unterzeichnet, die Rechte für die Gastronomie sollen im Sommer vergeben werden und, das Hotel soll mehr Betten bekommen: 330 statt wie geplant 256. Auch für die Eröffnungsparty im September 2004 gibt es schon jetzt eine Zusage: eine Großoper mit 300 Akteuren. "Das wird großartig", meint Oberbürgermeister Erwin, den für seine Arena noch eine, wenn auch vage, Hoffnung treibt: Der Südamerikanische Fußballverband reicht Düsseldorf einen Strohhalm und stellte für die WM 2006 den Antrag, dass nicht 32, sondern 36 Mannschaften spielen sollen. Heißt: Es würden mehr Stadien benötigt - auch die Arena? "Surreal", titeln Insider. (A.K.)

Florida statt Europa?
03.03.2003
FIRE-FOOTBALL / In den USA wird spekuliert, ob die NFLE wegen des bevorstehenden Krieges komplett im Sonnenstaat ausgetragen wird.
Fans des Football-Europaligisten Rhein Fire hatten und haben es in jüngster Vergangenheit nicht leicht. Im vergangenen Jahr wurde nach den Terroranschlägen von New York und Washington die komplette NFLE-Saison 2002 in Frage gestellt. Um dann doch planmäßig zu laufen. Danach wanderten die Burgunderhemden wegen der Rheinstadion-Sprengung in die Schalke-Arena ab. Düsseldorf ade? Kann noch niemand im Hinblick aufs mögliche Rückkehrjahr 2005 sagen.
Und nun? Es wird wieder gezittert! Der bevorstehende Krieg der Amerikaner mit dem Irak treibt auf einigen US-Internetseiten wüste Spekulationen über den Atlantik. Auf der eigentlich als seriös geltenden Sportrubrik von Fernsehsender FOX-TV, der auch die Übertragungsrechte an der Europaliga hält, streuen die Schreiber, dass die Footballsaison möglicherweise in Florida gespielt wird. Und zwar aus Sicherheitsgründen und aus Angst vor möglichen Anschlägen gegen Amerikaner im Ausland.
Der Manager eines Teams der AFC-Conference wird, ohne allerdings namentlich genannt zu werden, so zitiert: "Entspannt sich die politische Situation nicht bis Ende März, dann ist das Risiko einfach zu groß, die Europaliga in Europa spielen zu lassen."
Eine offizielle Stellungnahme seitens der NFL gibt es freilich nicht. Bei Rhein Fire stieß der durchaus umfangreiche Artikel auf Unverständnis. "Alle Beteiligten planen und arbeiten voll auf die neue Saison in Schalke hin. Ich halte den Text für eine große Spekulation", erklärte Markus Müller. Der PR-Chef von Rhein Fire reiste gestern früh ins Trainingslager nach Tampa Bay/Florida, wo sich bereits seit einigen Tagen die Nationalspieler der sechs NFLE-Teams aufhalten.
Müller führt weiter an, dass der Bruch bestehender Verträge mit der Liga, neben Schalke auch mit den anderen fünf Standorten, eine Menge Geld kosten würde. Tampa, Miami und Orlando statt Schalke, Frankfurt und Glasgow geht so einfach nicht. Mal ganz zu schweigen davon, dass die NFL die mühsam aufgebaute Fan-Basis in Europa mit einem Schlag ins Nichts befördern würde. (miry)

Fire-Trainingslager begann für Lano mit einer schlechten Nachricht
24.02.2003
Mit einer betrüblichen Nachricht hat das Trainingslager von Football-Europaligist Rhein Fire in Tampa Bay/Florida begonnen: Nationalverteidiger Bastian Lano wurde von den zuständigen Ärzten vor Ort nicht zum ersten Training zugelassen. Grund: Das in der vergangenen Saison durch einen Bänderriss schwer verletzte Knie ist immer noch geschwollen. Ob die Mediziner in den nächsten Tagen nach einem erneuten Gesundheitscheck wieder Entwarnung geben, ist ungewiss.
Der 26-jährige Defensive-Line-Brocken hatte bereits auf die komplette Football-Saison 2002 verzichten müssen, weil er sich in Tampa vor fast genau einem Jahr eben jene schwere Verletzung zugezogen hatte. Der Aschaffenburger, der in der GFL-Bundesliga auch schon für die Panther gespielt hat, wollte die neue Saison dazu nutzen, sich für ein Trainingscamp in der NFL zu empfehlen.
Cheftrainer Pete Kuharchek hatte Lano bereits fest als einen von acht Nicht-Amerikanern für sein neues Team geplant. Auch Patrick Venzke, Anthony Doghmi und der Nigerianer Oyeniran Olalere Odunayo-Ojo wurden erneut "geschützt", stehen also fest im Fire-Kader.
Peter Heyer und Richard Yancy wollen sich erneut für die Burgunder-Hemden empfehlen. Auf Kuharcheks Wunschliste steht zudem der Münchener Passempfänger Christopher Liess.
Der Kicker als achter Nationalspieler, im Fire-Fall der Ex-Schalker Ingo Anderbrügge die NRZ berichtete), stößt nach einem viertägigen Kicking-Camp erst am 6. März zum Team nach Tampa.
(miry)

ZUR SACHE Nicht um jeden Preis
12.02.2003
Keine Frage: Die Manager von Rhein Fire haben Düsseldorf eine Menge toller Abende im Rheinstadion beschert. Keine Frage: Die Arena, ohnehin schon sehr auf Glaube und Hoffnung gebaut, braucht die Footballer und ihr spektakuläres Showprogramm ab 2005 dringend. Und keine Frage: Die Stadt muss sich um die Rückkehr des umgezogenen Klubs aus Gelsenkirchen bemühen.Aber keine Frage: Nicht um den Preis, dafür alles schlucken zu müssen. Die harte Haltung Joachim Erwins, Rhein Fire das Plakatieren nicht mehr kostenlos zu gestatten, kann nur bei den Betroffenen auf Widerspruch stoßen. Die freilich haben sich an die großzügigen Gaben der Stadt gewöhnt, angefangen bei einer Micky-Maus-Miete für die Stadionnutzung und wollen weiter bei Laune gehalten werden.Das Dilemma, in dem die Stadt mit der Nutzung ihrer geplanten Arena steckt, ist den Football-Bossen sehr wohl bewusst. Und als Druckmittel im Konkurrenzkampf mit Schalke werden sie im Forderungskatalog an die Stadt noch ganz andere Seiten aufblättern.
Erwin und die Seinen tun allerdings gut daran, ihre Linie beizubehalten. Denn sonst dürften auch die Verhandlungen über die künftige Miete für Rhein Fire in der Rheinarena zu einem Fiasko für die Stadt, beziehungsweise den Betreiber werden. Schließlich muss Geld in die Kasse.
FRANK PREUSS


New York, Tampa, Düsseldorf, Schalke
04.02.2003
FOOTBALL / Bei der gestrigen Allocation wurden die Spieler benannt, die in der neuen Saison für Rhein Fire antreten.
Technik macht vieles leichter. Sie ermöglicht hunderte von Kilometern in wenigen Stunden zu überbrücken, oder mit Menschen am anderen Ende der Welt zu telefonieren.
Diesen Vorzug genoss gestern auch Tom Aust. Der PR-Experte des Football-Europaligisten Rhein Fire saß im Fire-Büro an der Rather Straße und telefonierte mit New York und Tampa (Florida). Denn gestern war Allocation Day, der Tag, an dem die Offiziellen der NFL den sechs Teams auf dem alten Kontinent Spieler zuweisen.
Insgesamt 192 Akteure standen zur Verfügung. 30 davon gehören vorerst zum Kader von Rhein Fire. Weitere 31 kommen noch hinzu. Mit diesen 61 Spielern fliegt Coach Pete Kuharchek dann im März ins Trainingslager, um dort das Team für die Saison 2003 zu formen, das in der Arena AufSchalke um den World-Bowl-Titel mitkämpfen soll.
Bisher zählt nur Dustin Keith zu den bekannten Gesichtern. Der 25-jährige Center spielte schon in der vergangenen Saison für Fire. Ansonsten gibt es noch keine weiteren Rückkehrer. Der deutsche Footballer Patrick Venske beispielsweise verhandelt noch mit zwei NFL-Klubs. Sollte er dort einen Vertrag erhalten, sieht es für eine Rückkehr nach Deutschland schlecht aus. "Erst in den nächsten Wochen entscheidet sich, welche deutschen Spieler zu uns kommen", so Aust.
Die Hoffnung für die neue Sasion ruht bislang auf den neuen Quarterbacks. Der 23-jährige Nick Rolovich (Denver Broncos) ist ein "starker und athletischer Spieler", beschreibt Fire-Coach Kuharchek, der dem 26-jährigen Chris Greisen mehr Erfahrung zuschreibt. "Er ist ein wichtiger Mann. Auch wenn er bislang noch ohne NFL-Verein ist." Vier Jahre "wirbelte" Greisen bei den Arizona Cardinals, wo er über 6000 Yards herausspielte und 41 Touchdownpässe warf.
Auch dem Running Back Autrey Denson traut Kuharchek einiges zu: "Er kann in die Fußstapfen von Derrick Clark oder Jamal Robertson treten." Tom Aust hingegen war mit Vorschusslorbeeren zurückhaltender: "Mann kann viel über einen Spieler hören, doch wie gut er wirklich ist, dies sieht man erst, wenn er auf dem Platz spielt."
PIET KEUSEN



Venzke soll als Nationalspieler auflaufen
02.02.2003
Patrick Venzke, im vergangenen Jahr beim Football-Europaligisten Rhein Fire als Offensive-Line-Spieler dabei, wird wahrscheinlich als Nationalspieler in der NFLE-Saison 2003 auflaufen. Hintergrund: Der gebürtige Essener findet derzeit kein neues Team in der NFL.
Neben seinem letzten Team, dem NFL-Halbfinalisten Philadelphia Eagles, hatten sich auch die New York Giants und die Detroit Lions für den 139-Kilogramm-Brocken interessiert. Bis jetzt gab es für den 27-Jährigen, der zuletzt bei den Eagles und bei den Jacksonville Jaguars im Team stand, allerdings keinen neuen Vertragsabschluss.
Folglich ist Venzke auch nicht morgen bei der Zuteilung der Spieler seitens der NFL auf die sechs Teams im Rennen. Cheftrainer Pete Kuharchek gefällt die Nationalspieler-Idee dennoch gut. In jeder zweiten Angriffsserie eines jeden Teams muss schließlich mindestens ein Nationals auf beiden Seiten auf dem Platz stehen.
Übrigens: Mit Cornerback Adrian Sadler (24, zuletzt Atlanta)gibt es mindestens einen Fire-Rückkehrer aus dem Team der Saison 2002. (miry)




SuperBowl: dicker Ring für Claybrooks
27.01.2003
Vergangene Saison noch bei Football-Europaligist Rhein Fire im Kader, in der Nacht zum Montag um einen dicken Super-Bowl-Ring reicher. Defensive Tackle DeVone Claybrooks freute sich mit seinen Tampa Bay Buccaneers über den 48:21-Erfolg im 37. NFL-Finale gegen Favorit Oakland Raiders.
Im mitreißenden Freibeuter-Duell in San Diego setzte sich die starke Defensive des Teams aus Florida gegen die Angriffsroutiniers der Kalifornier durch. Ex-Fire-Abräumer Claybrooks trug mit seinen stattlichen 133 Kilogramm Gewicht verteilt auf 1,91 Meter Körpergröße einen Teil zum Überraschungserfolg der Buccaneers bei.
Rund 800 Fans verfolgten bei der Rhein-Fire-Super-Bowl-Party in Heerdt das Geschehen. Das attraktive Match machte Hunger auf Live-Football. Bekanntlich startet am 5. April die elfte Europaliga-Saison. 7100 Dauerkarten waren bis gestern Nachmittag verkauft.
Einzelkarten für die Heimspiele in der Arena Auf Schalke gibt es nun auch in der Fire-Geschäftsstelle an der Rather Straße 49a. (miry)




Zwei Fire-Cracks im Super Bowl

20.01.2003
Sein Spitzname ist "Biscuit". Zerbrechlich wie ein Keks sieht DeVone Claybrooks, 133 Kilogramm schwerer ehemaliger Defensive Tackle von Football-Europaligist Rhein Fire, allerdings nicht aus. Im Gegenteil: Der 25-jährige US-Footballer kämpft mit seinen Tampa Bay Buccaneers am kommenden Sonntag im 37. NFL-Finale um den Super Bowl.
Nach dem 27:10-Überraschungssieg bei den Philadelphia Eagles zogen die "Freibeuter" erstmals in ihrer Teamgeschichte, die 1976 mit 22 Niederlagen in Serie begann, in den Super Bowl ein. Claybrooks sieht sich in San Diego einem seiner Fire-Teamkameraden aus der Saison 2002 gegenüber.
Linebacker Tim Johnson verteidigt in Reihen der favorisierten Oakland Raiders, die sich gegen die Tennessee Titans nach zwei Touchdowns im letzten Viertel 41:24 durchsetzten. Johnson setzte dabei vier Tackles. Der frühere Crack der Chicago Bears hatte sich mit starken Leistungen in Training und Spiel für eine Position im Team der Schwarzhemden aus Kalifornien empfohlen. (miry)




Arena: Ein Drittel der geplanten Einnahmen sicher
17.01.2003
VERMIETUNG / Finnischer Hotelbetreiber will Drei-Sterne-Herberge übernehmen. Sportarzt zieht ins Reha-Zentrum
Jürgen Hanßen reibt sich die Hände. Der "Arena-Mann" im Büro des Oberbürgermeisters meldete gestern: "Ein Drittel der Einnahmen, die wir jährlich brauchen, haben wir schon in der Tasche."
Hintergrund: Das finnische Unternehmen Caribia Spa Hotel hat sich mit der Betreibergesellschaft weitgehend geeinigt, die geplante Drei-Sterne-Herberge mit 256 Zimmern neben der Arena zu übernehmen. Die Pacht liegt laut Hanßen jährlich bei rund zwei Millionen Euro.
Etwa 180 000 Euro blättert Sportmediziner Alois Teuber hin, der nebenan auf 1500 Quadratmetern sein Physiotherapie- und Rehazentrum einrichten will. Teuber betreut unter anderem die Eishockey-Cracks der DEG, die Footballspieler von Rhein Fire und die Tennisasse des Rochusclubs.
Da die Stadt 1,75 Millionen im Jahr dazuschießt, sind, so Hanßen, fast vier Millionen Euro gesichert. Zwölf Millionen sind einkalkulkiert.
Mindestens eine weitere Million soll das Namensrecht jedes Jahr in die Kasse spülen. Hanßen: "Die Höhe der Summe hängt natürlich davon ab, was in der Arena geboten wird." Drei Unternehmen sind angeblich interessiert, warten allerdings noch auf die steuerliche Bewertung ihres Engagements.
Am Montag wird OB Erwin den Grundstein für den rund 230 Millionen Euro teuren Bau legen. (fp)



NFL-Play-offs ohne Flitzer Lewis
30.12.2002
Ex-Rhein-Fire-Passempfänger Michael Lewis und Safety Steve Gleason waren am Sonntagabend bitter enttäuscht. Die New Orleans Saints verpassten nach der unerwarteten 6:10-Heimniederlage gegen die Carolina Panthers die NFL-Play-offs. Bitter: Der direkte Konkurrent, die Atlanta Falcons, verlor in Cleveland ebenfalls.
Die Heiligen aus der Mississippi-Metropole hatten die Play-off-Runde nach drei Niederlagen zum Saisonende gegen die bereits ausgeschiedenen Teams aus Minnesota, Cincinnati und eben Carolina auch irgendwie nicht mehr verdient.
Freude herrschte dagegen bei den früheren Rhein-Fire-Abwehrrecken Mark Word und Chris Akins. Ihre Cleveland Browns rutschten nach dem Heimsieg über Atlanta überraschend noch ins Super-Bowl-Rennen der besten zwölf von 32 Teams. Zum Leidwesen der New England Patriots und Fire-Linebacker Maugaula Tuitele. Der 27:24-Verlängerungssieg über Miami nutzte dem Titelverteidiger nichts mehr.
Die Play offs in der AFC: New York Jets (mit Safety Nick Ferguson) - Indianapolis, Pittsburgh - Cleveland; Freilose: Oakland (mit Linebacker Tim Johnson) und Tennessee.
Die Play offs in der NFC: Green Bay - Atlanta, San Francisco (mit Running Back Jamal Robertson) - New York Giants; Freilose: Philadelphia (mit Spielmacher Tee Martin im Reserveteam) und Tampa Bay (mit Running Back Tony Taylor und Passempfänger Onome Ojo, ebenfalls beide im Reserveteam). (miry)



Olympia wichtiger als Rhein Fire

30.12.02
Die Football-Fans werden kaum in Jubel ausbrechen, sollte Düsseldorf am 12. April deutscher Kandidat für die Bewerbung um Olympia 2012 werden. Denn dann muss NFL-Europaligist Rhein Fire sich einen neuen Manager suchen. Alexander Leibkind, der den beeindruckenden Aufstieg des Teams zum sportlichen Publikumsliebling in Düsseldorf durchaus als eigenen Erfolg verbuchen darf, kündigte im Gespräch mit der NRZ an, dass er nicht zwei Aufgaben gleichzeitig schultern könne. Als Geschäftsführer der Düsseldorf Rhein Ruhr 2012 GmbH wäre er ab April im internationalen Wettbewerb um die Fünf Ringe noch stärker gefordert als derzeit.
"Ich sehe meine Frau schon jetzt kaum noch", klagte der 50-Jährige, "so stelle ich mir nicht das Leben vor." Zwar schob er ausdrücklich hinterher, dass er ja auch von seinem Olympia-Job im April zurücktreten könne. Aber wer ihn dabei lächeln sah, weiß, dass er das nicht ernst gemeint hat. (fp)



Wie eine Liga ihren Markt sucht

13.12.02
FOOTBALL / Die US-Bosse der NFL Europe stellen das komplette Konzept auf den Prüfstand. Lediglich Rhein Fire und Galaxy überzeugen. Bald nur noch in Deutschland mit acht Mannschaften?
NEW YORK. Gespielt wird in Europa, aber gelenkt wird in New York: Doug Quinn scheint die Aussicht aus dem Wolkenkratzer über die Dächer von Manhattan gar nicht mehr zu bemerken. Quinn ist bei der US-Profi-Football-Liga NFL für den internationalen Markt zuständig, also für die NFL Europe. Nur: Der europäische Ableger läuft längst nicht wie geplant. Und deshalb stellt Quinn an diesem Nachmittag sogar das Konzept der Liga in Frage.
Schluss und Aus? So wie beim ersten Versuch der Weltliga vor zehn Jahren schon einmal über Nacht passiert. Natürlich nicht, aber vielleicht gibt es bald eine NFL Deutschland statt einer NFL Europe? Quinn schließt das nicht aus und erläutert das Konzept der NFL, dem das Geldverdienen mindestens so wichtig ist wie der Sport. 4,5 Milliarden US-Dollar setzen die 32 NFL-Teams in Amerika pro Saison um. Rund 300 000 Euro zweigt jedes Team für die Europaliga ab. Etwa so viel, wie drei junge Footballer in einem 53-Mann-Kader pro Saison verdienen.
Vor diesem Hintergrund nehmen sich die drei Millionen Euro, die Rhein Fire als Vorzeigeteam des Europa-Ablegers umsetzt, bescheiden aus. Und da nur Rhein Fire und Frankfurt Galaxy gute Zuschauerzahlen melden, mehren sich aus den Kreisen der NFL-Team-Besitzer kritische Stimmen. Zwar schaffen mittlerweile mehr Footballer als früher den Sprung vom europäischen Talentschuppen in die "richtige" NFL. Doch einen wirklichen Star hat die NFL Europe seit 1999 mit Spielmacher Kurt Warner (Amsterdam), der die St. Louis Rams im Jahr 2000 zum Super-Bowl-Gewinn steuerte, nicht hervorgebracht.
Knackpunkte, die in New York nicht ohne Reaktion bleiben. Zumal die Probleme der anderen Standorte offensichtlich sind. Etwa beim dritten deutschen Team, das seinen Markt als Berlin Thunder in der Hauptstadt noch sucht.
So zieht die Mannschaft nach mäßigem Erfolg im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der kommenden Saison, die im April beginnt, ins Berliner Olympiastadion um. Ziel bei dem Wechsel von Ost nach West ist, den Besucherschnitt von bisher nur 9000 zu verdoppeln. Die Hauptstadt schneidet im Vergleich mit Fire (37 000) und Frankfurt (32 000) kümmerlich ab. Was auch für Barcelona (8000), Amsterdam (12 000) und die Scottish Claymores (13 500) gilt.
Der größte Problemfall - nachdem die London Monarchs ihren Betrieb schon vor Jahren einstellen mussten -heißt aber Barcelona. Schon lange grübelt Quinn, wie er dieses Dauer-Problem lösen kann. Erstaunlich dabei: Er fährt eine komplett gegenteilige Taktik zu Berlin. Während Thunder ins riesige Olympiastadion wechselt, ziehen die Barcelona Dragons vom Olympiastadion ins Mini-Estadi des FC Barcelona, das gerade über 17000 Plätze verfügt. Zu erklären ist der Umzug ins kleine Stadion des FC Barcelona mit der neuen Partnerschaft zwischen dem spanischen Traditionsklub und den Footballern. Durch diese Verbundenheit hoffen die Dragons, die Fußball-Fans auch für ihren Sport gewinnen zu können.
Und wenn dies nicht funktioniert? Quinn spricht nicht von einer Schließung der Filiale in Barcelona, ein Wechsel nach Frankreich scheint aber nicht ausgeschlossen. "Frankreich ist ein wichtiger Markt", sagt er. Mit Lyon gibt es sogar schon einen möglichen Standort.
Als weitere Zukunfts-Vision hat Quinn eine NFL Germany im Hinterkopf. "Sechs bis acht Teams in Deutschland könnte ich mir schon vorstellen", sagt er. Eine Spinnerei? "Hamburg, Stuttgart, München sind neue Standorte, die neben Frankfurt oder Rhein Fire Sinn machen", stellt Quinn in den Raum. Zumal in Deutschland immer mehr moderne Stadien wie die "Arena Auf Schalke" entstehen, von der sich die Verantwortlichen nach dem Umzug von Rhein Fire dorthin einen weiteren Schub erhoffen.
Dazu will die NFL Europe den Fans einen Schritt entgegengehen: Demnächst sollen mehr US-Footballer zu ihren europäischen Teams zurückkehren und dort längerfristig gebunden werden. Dies soll eine höhere Identifikation mit den Fans ermöglichen und dadurch mehr Zuschauer locken. Und, für Quinn ganz wichtig: Es soll mehr Geld einbringen. (NRZ)
Michael Ryberg




Arena: "Es wird teurer und teurer"
12.12.2002

PROVISORIUM / Planer wollen Übergangslösung, wenn die Messebahn U 80 später anrollt.
Muss die Stadt für die Multifunktionsarena noch mehr Nebenkosten bezahlen als zunächst geplant? Die gesetzlichen Festlegungen für den Arenabau (Bebauungsplan) fanden gestern keinen ungeteilten Zuspruch im Planungsausschuss: Die Grüne Marion Enke stimmte dagegen, Gisela Piltz von der FDP enthielt sich der Stimme.
Manfred Abels (SPD) und Enke kritisierten, dass die Messebahn U 80 bis zur geplanten Eröffnung der Arena 2006 möglicherweise gar nicht fertig wird. Denn die U 80, so Abels, stehe auf dem Zuschuss-Plan des Landes schließlich erst an Platz 58 (die NRZ berichtete) und werde womöglich erst nach 2005 genehmigt.
Für diesen Fall werde die Stadt eine provisorische Erschließung zur neuen Messehalle und Arena bauen, sagte Ruth Orzessek-Kruppa vom Planungssamt. Eventuell werde statt der Schleife eine Zufahrt mitsamt Kopfbahnhof vor dem Sportrund gebaut. Und was kostet das Provisorium, fragte Abels süffisant.
Eine Lärmschutzwand für das Wohnviertel, neue Bäume und die Verlagerung der Tennisplätze im Sportpark durch den Arenabau kosten schließlich Geld. Piltz (FDP) befürchtet, dass sich die Stadt wegen der geplanten Schutzwand weitere Kosten für die Arena aufbürden werde. Denn die Messe könne eine solche Wand aus rechtlichen Gründen nicht mit der Stadt zusammenfinanzieren, so die Juristin. "Ich stelle fest, es wird teurer und teurer", kritisierte Piltz, dabei gebe es schließlich einen Kostendeckel für den Bau, der nicht überschritten werden darf. Piltz stimmte daher gegen die Selbst-Verpflichtung der Stadt zum Bau der Wand und der Baumpflanzungen als Ausgleich für das abgeholzte Grün am alten Rheinstadion.
Das letzte Wort hat nun am Montag der Rat. (JG.)




Fire: Robertson mit 49ers schon in den Play offs
11.12.2002

Das freut auch die Geschäftsstelle von Football-Europaligist Rhein Fire. Jamal Robertson, in der vergangenen Saison erfolgreichster "Düsseldorfer" auf dem Rasen mit acht Touchdowns, hat sich mit seinen San Francisco 49ers drei Spiele vor dem Vorrundenende für die NFL-Play-offs qualifiziert.
Die Kalifornier setzten sich gegen die Dallas Cowboys mit 31:27 durch. Flitzer Robertson trug vier Kick offs für insgesamt 109 Yards zurück. Längster Return: 42 Yards.
Auch die New Orleans Saints mit Ex-Fire-Passempfänger Michael Lewis sind nach dem 37:25 über Baltimore ein heißer Play-off-Kandidat. Lewis erlief als schwarz-goldener Returner 66 Yards. Auf der Ravens-Seite überzeugte Ex-Fire-Tackle Kelly Gregg, der mit neun Tackles und einem Sack gegen Saints-Spielmacher Aron Brooks bester Verteidiger war. (miry)



RUND UMS FOOTBALL-EI Heimspielstart gegen Admirals
11.11.2002
LIGAPLAN: Sieben bis zehn Tage, so betonte Spielplanchef Nick Polk gestern, müssen die Fans noch warten. Dann steht der Plan der Football-Europaliga-Saison 2003. "Wir müssen abwarten, ob der Umzug von Berlin Thunder ins Olympiastadion klappt oder nicht", so Polk. Rhein Fire wird, wie berichtet, mit einem Heimmatch am 5. April in der Arena AufSchalke beginnen. Gegner sind nach dem vorläufigen Plan die Amsterdam Admirals.
KARTEN: Anfang Dezember werden wohl die ersten Dauerkarten für die Fire-Saison 2003 angeboten. Erstzugriffsrecht haben die bisherigen Ticketbesitzer. Aller Voraussicht nach wird der Saisonpreis für eine Karte leicht ansteigen.
KICKER: Der Nachfolger von Fire-Kultkicker Manfred Burgs-müller ist noch nicht gefunden. "Mike Büskens wird´s nicht. Ob Olaf Thon aufgrund seiner Sprunggelenksverletzung den Ball weit schießen kann, weiß ich nicht. Ingo Anderbrügge wäre ein Kandidat", erklärte Schalke-Manager Rudi Assauer gestern. (miry)



 NFL: Fire-Raben sehen langsam schwarz
 05.11.2002
Die früheren Rhein-Fire-Footballer Ethan Brooks (Saison 1997) und Kelly Gregg (2001) stehen meist in der Startaufstellung der Baltimore Ravens. Ein schöner persönlicher Erfolg, der sich bisher nicht aufs Raben-Teams ausgewirkt hat. Der NFL-Super-Bowl-Gewinner des Jahres 2001 ist schließlich nach der 17:20-Niederlage bei den Atlanta Falcons weit von einer Play-off-Teilnahme entfernt.
Da sieht es für die Washington Redskins nach dem 14:3 in Seattle schon wieder besser aus. Ex-Fire-Verteidiger David Terrell (1999) verteilte sechs Tackles. Kicker James Tuthill verwandelte nach Touchdowns seine beiden Extrakicks, hatte ansonsten Pause.
Ex-Fire-Punter Kyle Richardson (1996) zielte zwar für die Minnesota Vikings bei vier Befreiungsschlägen dreimal nah an die Endzone der Tampa Bay Buccaneers heran. Die Freibeuter aus Florida setzten sich jedoch am Ende mit 38:24 durch. Auch die Wikinger sind von den Play offs weit entfernt. (miry)




NFLE und Fire auf dem Prüfstand
 30.10.2002 Kritik einiger Teambesitzer beim NFL-Meeting in New York: Wo bleiben eigentlich die neuen Kurt Warners?
Die Spitze der National Football League und die Besitzer der 32 Teams treffen sich in dieser Woche im NFL-Hauptsitz in New York.
 Rhein-Fire-Manager Alexander Leibkind weilt bis morgen "zufällig" auch in Manhattan. Ob der frühere Judo-Olympionike sich zur Sitzung in der Park Avenue dazugesellt, wollte er nicht verraten. Unter anderem geht es darum, über die Zukunft der Europaliga zu diskutieren.
Nicht alle Teambesitzer sind zufrieden mit der NFLE. Neben den Oakland Raiders, die schon im Jahr 2000 als einziges Team gegen den Erhalt der Europaliga gestimmt hatten, scheinen auch andere vom Sinn des seit 1995 laufenden Unternehmens nicht voll überzeugt zu sein.
Zu viel Geld, zu wenig Ertrag. Vor drei Wochen veröffentlichte die landesweite US-Sportzeitschrift "The Sporting News" kritische Stimmen, die NFLE koste zu viel Geld und brächte zu wenig Ertrag. Man solle sich mehr auf die "Farmligen" im eigenen Land konzentrieren. Die kanadische CFL mit acht Teams oder die vor der Erweiterung stehende Arena League, die Football auf kleinem Feld unterm Hallendach bietet.
Die Frage, die auch in diversen Tageszeitungen in den Staaten diskutiert wird: Kann die Europaliga weitere Kurt Warners kreieren? Die Entdeckung des wohl besten Spielmachers der NFL ist mittlerweile vier Jahre her. 1998 lenkte der wurfstarke Super-Bowl-Gewinner der St. Louis Rams die Amsterdam Admirals.
In den vergangenen vier Spielzeiten blieb der "Output" bescheiden. Selbst NFLE-Helden wie Fire-Quarterback Danny Wuerffel oder Touchdown-Ass Kevin Drake fassten in der NFL bedingt oder gar nicht Fuß.
Zudem sind die Kosten einer Farmliga in der einstigen Football-Diaspora Europa manch einem Teambesitzer zu hoch. Rund 20 Millionen Dollar kostet das viermonatige Unternehmen NFLE. Pro Team geschätzte 600 000 Dollar. Eigentlich nicht zu viel wenn man bedenkt, dass das Mindestsaisongehalt allein für einen frischen NFL-Rookie 200 000 Dollar beträgt.
Manager Leibkind sieht derzeit keine Gründe dafür, die Existenz von Rhein Fire und den fünf Konkurrenten sei in Gefahr. "Die Liga hat die Kooperation der Dragons mit dem FC Barcelona vorangetrieben, hat einstimmig unseren Wechsel nach Schalke beschlossen. NFL-Chef Paul Tagliabue macht sich nicht die Mühe und fliegt nach Europa, wenn die Europaliga nächstes Jahr dicht gemacht würde."
Zudem laufen noch eine Reihe von Verträgen. Die Kooperation mit "Barca" und "S04" jeweils bis 2007. Der Fernsehvertrag mit FOX TV sowie mit der NFL-Spielergewerkschaft bis einschließlich 2005. Außerdem müsste eine Zweidrittelmehrheit unter den Teambesitzern her, um die Liga zu kippen. "Verträge sind für mich viel überzeugender als die Spekulationen", so Leibkind.
In diesem Zusammenhang interessant: Berlin Thunder scheint in der neuen Saison vom Jahn-Sportpark ins Olympiastadion zu ziehen. Die Verträge stehen vor dem Abschluss. NFLE-Pressechef David Tossell froh: "Damit wären erst einmal die Spekulationen vom Tisch, wir würden Thunder wegen der schwachen Zuschauerresonanzen in eine andere Stadt ausquartieren. Zumal wir eher darüber nachdenken, die Liga zu erweitern. Andere deutsche Städte haben jedenfalls großes Interesse."
 Düsseldorf zählt neben Köln auch dazu . . .
 MICHAEL RYBERG 




Mit 19 hat man noch NFL-Träume
 28.10.2002
Mit 19 hat man noch NFL-Träume. Getreu diesem Motto machten sich Offensive Liner Sebastian Vollmer, Linebacker Richard Adjei und Running Back Dennis Williams am Wochenende auf den Weg zu ihrem ersten Football-Europaliga-Tryout gen Frankfurt. Die Cracks aus dem Panther-Nachwuchs, die schon für die deutsche Nationalmannschaft bei der EM in Schottland den Vizetitel holten, kämpften zwei Tage lang mit vielen Routiniers. Unter anderem mit Defensivass Anthony Doghmi, der mit einigen Einzeldrills gar nicht zufrieden war. "Mein erstes Ziel ist es, besser trainiert nach Tampa Bay zu fahren als in den Vorjahren." Ob das Panther-Trio das schafft, ist eher unwahrscheinlich. Wegen des Alters und wegen der Konkurrenz.
"Ich muss noch kräftiger und schwerer werden, überlege mir zudem
ernsthaft an ein US-College zu gehen und dort Football zu spielen", bekräftigt Line-Spieler Vollmer. "In der Jugend gehörte ich immer zu den Besten. Da ist es nicht verkehrt zu merken, wieviel man bei den Senioren noch an sich arbeiten muss", stellte Adjei klar.
Auch Williams hofft, beim zweiten Durchgang in Frankfurt vom 11. bis 15.
November dabei zu sein. Dann beobachtet auch Fire-Chefcoach Pete Kuharchek die Nationals. (miry)



Späte Revanche: Holland bekommt den Schüssel-Schutt
 23.10.2002
ABRISS / Der letzte Rest vom Rheinstadion: 70 000 Tonnen faustgroße Betonbröckchen. Ein Teil von ihnen sichert die Deiche.  Was für ein bitterer Blick zurück. Damals, 1974, als Fortuna dieses 1:2 gegen den FC Amsterdam schlucken musste. Eine Scharte, die jetzt, 28 Jahre danach, endlich ausgewetzt wird: Holland bekommt den Schüssel-Schutt. Den letzten Rest vom alten Rheinstadion, den Düsseldorf für seine inzwischen über 230 Millionen Euro teure Super-Arena nicht gebrauchen kann. Ab morgen sollen täglich 2500 Tonnen Beton vom Hafen aus auf die Reise in die Niederlande gehen. "Die brauchen", raunt Abbruchunternehmer Hans Theo Hesper, "die zermahlenen Steine als Stütze für ihren Deichbau." Etwa zwei Drittel der insgesamt 70 000 Tonnen Beton will Hesper, der für den Abbruch des Stadions etwa fünf Millionen Euro bekommt, den Holländern liefern.
Und dabei macht nicht etwa Hesper Kasse. Soll schließlich niemand
behaupten, der verblasste Fußballtempel sei nichts mehr wert: 2,50 Euro pro Tonne muss der Unternehmer zahlen, damit ihm der recycelte Schutt überhaupt abgenommen wird. "So sind sie eben, die Holländer, aber sie sind die einzigen, die interessiert sind", kommentiert Hesper trocken, der seit dem 12. September, seit 140 Kilo Sprengstoff die Westtribüne zu Boden zwangen, seine 15 Arbeiter in Stockum schuften lässt. Jeden Wochentag zehn Stunden lang, in der Dämmerung auch mit Flutlicht. "Damit wir auch weiter im Zeitrahmen bleiben", drückt Theo Godehardt, Generalbevollmächtigter des Investors Walter Bau aufs Tempo.
Denn noch stehen 200 Meter der ehemals 500 Meter langen Tribüne:
Am 6. November soll die Nordkurve fallen - und dem "Dino" unter den Baumaschinen noch mehr Futter liefern. Viel zu schnöde ist der Titel "Abbruchzange" für das Eine-Million-Euro-"Wunderwerkzeug": Der Bungalow große Seitenschneider frisst sich so präzise durch die mannshohen Betonteile, dass von ihnen nur noch 60 Zentimeter kleine Brocken übrigbleiben. Und, bei der Prozedur schnappt "Dino" nach den Stahlträgern. 3000 Tonnen wird die Maschine bis Ende Januar aus dem Schutt heraus gepflückt haben. "Dann ist hier alles platt und wir können", hofft Godehardt, "mit dem Arena-Neubau beginnen".
Doch bis dahin muss Hans Theo Hesper noch bergeweise Sondermüll
entsorgen: Die 15 000 Quadratmeter Teerpappe beispielsweise, die 30 Jahre lang das Stadiondach deckten. "Die müssen streng separiert werden", so der Generalbevollmächtigte, der vorrechnet, dass die Entsorgung pro Tonne 1500 E kostet. Geld, das Hesper ebenfalls von den Abbruch-Millionen herunterrechnen muss. Und Material, das auf dem Markt niemand mehr gebrauchen kann - noch nicht einmal die Holländer.
 ANDREA KREBS 



Perfekt: Fire spielt in Schalke
11.10.2002
Was bereits Anfang dieser Woche in der NRZ zu lesen war, ist nun auch offiziell perfekt: Football-Europaligist Rhein Fire spielt ab 2003 in der Gelsenkirchener Arena AufSchalke. Gestern wurden die Verträge unterzeichnet. "Wir sind froh und glücklich, mit Schalke den perfekten Partner gefunden zu haben. Ab sofort arbeiten wir mit Hochdruck an unserem ersten Spieltag im April 2003. Der soll alles übertreffen, was es an Show und Sport je bei uns zu erleben gab", kommentierte Fire-General Manager Alexander Leibkind den Umzug, der durch den Abriss des Rheinstadions notwendig wurde. 
Auch Jim Connelly, Managing Director der NFL Europe, zeigte sich erfreut: "Wir sind sehr zufrieden, eine solch herausragende neue Heimat für Rhein Fire gefunden zu haben. Schalke und FC-Manager Rudi Assauer haben uns mit offenen Armen aufgenommen und sehr viel Engagement, Kooperation und Vertrauen gezeigt." (Bt.)


Arena wird nochmal vier Millionen teurer
  09.10.2002
Zusatzwand nötig, da die Messe nur eine Halle baut. Stadt stockt  Messekapital auf.
Die Arena wird noch einmal vier Millionen Euro teurer. Das hat OB
Joachim Erwin gestern im Planungsausschuss eingeräumt. Eine Lärmschutzwand fürs Dichterviertel ist nötig, weil die Messe am Europaplatz nicht zwei, sondern zunächst nur eine Halle bauen wird. Die Hallen sollten neben ihrer eigentlichen Funktion zusätzlich den Schall schlucken. Mit Erschließungskosten, Umzug der Tennisvereine und Mietkosten für eine unbenutzbare Anzeigetafel, ist der Arena-Preis nun bei über 230 Millionen Euro gelandet.
Während Erwin den Eindruck erweckte, die Messe habe bis zur
Eröffnung der Arena beide Hallen bauen wollen, widersprach die Messegeschäftsführung. Sowohl der Vorsitzende Wilhelm Giese, als auch Finanzchef Herbert Vogt beharrten darauf, dass im Masterplan bis 2010 festgelegt ist, dass wir vier Hallen bauen wollen, aber nur mit einer beginnen."
Damit dürfte auch klar sein, wer die Lärmschutzwand bezahlen
muss. Erwin wich auf die Frage von Gisela Piltz (FDP) allerdings aus, betonte, die Wand könne ja Teil der zweiten Messehalle werden und sagte: "Wir werden eine für alle Seiten Kosten schonende Lösung finden."
Um den Expansionskurs der Messe zu stützen, hat Erwin eine
Kapitalerhöhung des Gesellschafters Stadt gestern zugesagt: 25 Millionen Euro. Ob das Land auch aufstockt, ist offen.
Für ein Bürgerbegehren ist es zu spät.
  Die Pläne der Bürgerinitiative "Stockum wehrt sich", Arena und Messeerweiterung zu verhindern, dürften schon daran scheitern, dass es für ein Bürgerbegehren zu spät ist. Die Ratsbeschlüsse, die zu kippen wären, sind elf Monate alt. Laut Gemeindeordnung bleiben für Einsprüche sechs Wochen Zeit.
Der Suche der Initiative nach weiteren schützenswerten Bäumen
im Areal, sind die Stadtplaner mit eigenen Zahlen entgegengetreten. Zwölf gebe es - in einem Stück, das vom Gartenamt offenbar übersehen wurde. Die viel zitierte Eiche hat schlechte Karten. Ruth Orzessek-Kruppa aus dem Planungsamt: "Sie stünde mitten in der neuen Messehalle." (fp)



Rhein Fire zieht nach Schalke
 07.10.2002
DÜSSELDORF. 107 Tage nach dem Finale der Football-Europaliga im mittlerweile abgerissenen Düsseldorfer Rheinstadion hat das Rätselraten ein Ende. Rhein Fire spielt in den kommenden zwei Jahren in der Arena Auf Schalke. Den seit Monaten in der Schwebe hängenden Umzug von Düsseldorf nach Gelsenkirchen mochte gestern zwar weiterhin niemand beim zweimaligen World-Bowl-Gewinner bestätigen.
Der einzige Mitbewerber der Schalker allerdings, die Betreibergesellschaft des im Umbau befindlichen Müngersdorfer Stadions in Köln, erhielt von der National Football League eine Absage.
Was bisher nicht die gleichzeitige Zusage aus der NFL-Zentrale
für die Königsblauen nach sich zog, wie Arena-Sprecher Thomas Spiegel erklärte. Einen anderen Interessenten, der die ohne Spielstätte dastehenden Fire-Footballer für die Spielzeiten 2003 und 2004 aufnimmt, gibt es allerdings nicht.
Die Düsseldorfer Stadtspitze wirbt in New York unterdessen
dafür, Rhein Fire in zwei Jahren wieder nach Düsseldorf zurückkehren zu lassen, wenn die neue Rhein-Arena mit ihren 52000 Plätzen zur Saison 2005 fertiggestellt sein soll.
Oberbürgermeister Joachim Erwin sprach deshalb bei NFL-Chef Paul Tagliabue vor. (miry/NRZ)



Fire: NFL sagt den Kölnern schriftlich ab
  06.10.2002
Football-Europaligist Rhein Fire spielt in der neuen Saison wohl
"Auf Schalke". Am Wochenende hat Paul Tagliabue, der oberste Chef der National Football League (NFL), dem Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma eine schriftliche Absage erteilt. Das meldete der "Kölner Stadtanzeiger" in der Samstagsausgabe.
Offensichtlich waren die Verpflichtungen gegenüber der NFL, die
Schalke und die Stadt Düsseldorf eingehen wollen, besser   "dotiert". Schramma: "Wir sind bis zur Schmerzgrenze gegangen.
Die finanziellen Risiken waren für uns am Ende nicht mehr kalkulierbar."
Unter anderem hatte Köln geboten: Keine Stadionmiete für die
Saison 2003, Verschieben des Abbruchs der Osttribüne ans Football-Saisonende, große Investitionen in die Infrastruktur des Stadions, um es "Football gerechter" zu machen. Gleichwohl stellte Tagliabue den Domstädtern in Aussicht, bei einer möglichen Expansion der NFLE vor der Saison 2005 erster Kandidat für ein viertes deutsches Team zu sein.
Die Schalker haben indes, so ließ Arena-Sprecher Thomas
Spiegel gestern wissen, noch keine Zusage aus der New Yorker NFL-Zentrale bekommen. Europaliga-Chef Jim Connelly hatte zuletzt für Gelsenkirchen geworben, sah sich vor Ort zwei Fußball-Bundesliga-Spiele an.
Dort soll für Fire unter anderem ein Kunstrasen verlegt werden.
Wer den bezahlt, ist weiterhin unklar. Zumindest öffentlich. Der Vertrag mit Schalke soll über zwei Jahre plus Option laufen. Danach soll Fire nach Düsseldorf in die fertig gestellte Rhein-Arena ziehen. (miry)



Große Lust auf die Arena
01.10.2002
Vermarkter zufrieden: Namensgeber will 1,5 Millionen Euro pro
  Jahr zahlen. Andere Unternehmen möchten als Co-Sponsor einsteigen. Firmenlogen erfreuen sich großer Beliebtheit.
Noch steht die Arena nicht. Noch ist völlig offen, was ab 2004 in ihr passiert. Und trotzdem ist das Interesse der Wirtschaft groß - am Sponsoring und am Kauf von Logen. Das behauptet zumindest der Vermarkter Sponsorcom, der sich auch mit Erfolg ums Innenleben der Gelsenkirchener Arena "Auf Schalke" gekümmert hat. "Wir sind total zufrieden", schwärmt Geschäftsführer Jürgen Holder im NRZ-Gespräch.
Hauptcoup: Er hat ein Unternehmen gefunden, das der Arena
seinen Namen geben will und dafür bis 2014 jährlich 1,5 Millionen Euro zahlt. Bei weniger als 18 Veranstaltungen - so viele sind im Geschäftsplan kalkuliert - sinkt der Betrag entsprechend, bei mehr steigt er. Das könnte passieren, wenn die Fortuna irgendwann doch noch einmal in der Bundesliga kicken sollte.
"Der Vertrag", so Holder, "ist abschlussreif, wir müssen nur noch ein steuerliches Detail klären." Das soll in diesem Monat erledigt sein. Frühestens dann ist zu erfahren, wie die Arena in Stockum heißen wird.
Auch Co-Sponsoren sind interessiert, einzusteigen. "Mich hat der
Vorsitzende in der Geschäftsleitung eines Unternehmens mit Milliardenumsatz heute angerufen und gefragt, wann wir endlich einen gemeinsamen Termin machen können", berichtet Holder.
Vor allem Firmen, die gleichzeitig Geschäftsbeziehungen mit den
Arena-Betreibern aufnehmen wollen, seien spannend als Co-Sponsoren. "Es gibt die Brauerei, die ihr Bier liefern will, die Bank, die den Zahlungsverkehr regeln will oder die Versicherung, die den Bau versichern will", zählt er auf. Manche gäben sich nicht mit Bandenwerbung zufrieden, sondern möchten gleich, dass eine ganze Tribüne ihren Namen bekommt.
2,9 Millionen Euro hielt Sponsorcom an jährlichen Werbeinahmen
in einem Gutachten aus dem November für realistisch, Hauptbetreiber Walter Bau ging zunächst von weniger als der Hälfte aus. "Wir sind guter Dinge, dass wir unseren Wert erreichen", meint Holder.
Bei über 20 Firmen habe man zudem "vorgefühlt", ob sie eine der
36 Logen mit je zehn Sitzen kaufen wollen, aus denen nach Bedarf auch 15 oder 20 werden könnten. Holder: "Die Antwort war eindeutig: Ja"!
FRANK PREUSS 



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